Strom & Netz9.6.2025 · 2 Min. Lesezeit

Netzanschluss: Warum die Nähe zum Umspannwerk über Millionen entscheidet

Kurz beantwortet

Die Entfernung zum nächsten Umspannwerk ist der wichtigste Werttreiber für Rechenzentrums-Grundstücke. Flächen unter 1 km Distanz zu einem Umspannwerk oder einer 110/220/380-kV-Leitung erreichen die höchste Bewertungsstufe. Ab etwa 10 km Distanz sinkt die Eignung deutlich, weil Trassenbau Jahre dauert und zweistellige Millionenbeträge kostet.

Die Distanz-Logik

Entfernung zum UmspannwerkBewertungPraxis
unter 1 kmBestnoteAnschluss oft in 18–36 Monaten realisierbar
1–3 kmsehr gutTrassenführung meist machbar
3–10 kmmittelWirtschaftlichkeit hängt an der Projektgröße
10–20 kmschwachnur für Großprojekte mit eigenem Umspannwerk
über 20 kmkritischin der Regel unwirtschaftlich

Spannungsebene zählt

Ein 10-MW-Colocation-Projekt kommt mit 110 kV aus. Ein Hyperscale-Campus mit 200 MW+ braucht Höchstspannung (220/380 kV) – und damit die Nähe zu den großen Trassen.

Der unterschätzte Joker: Bestandsanschlüsse

Ehemalige Kraftwerks- und Industrieareale verfügen oft über dimensionierte Bestandsanschlüsse. Beispiele wie das Schwarz-Digits-Projekt in Lübbenau (Kraftwerksstandort) zeigen: Konversionsflächen mit Netzanschluss sind die gefragteste Asset-Klasse im Markt.

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