Marktbericht · Q3 2025

Rechenzentrums-Flächenmarkt Deutschland, Q3 2025

> Kurz zusammengefasst: Der deutsche Rechenzentrums-Flächenmarkt zeigt im Q3 2025 eine starke Projektpipeline mit mehreren Großvorhaben in verschiedenen Entwicklungsphasen. Besonders auffällig ist das 300-MW-Projekt von Virtus in Wustermark, das mit gesichertem Netzanschluss konkrete Fortschritte macht. Kommunale Projekte in Essen, Gießen und Potsdam zeigen die wachsende Bedeutung staatlicher und städtischer Initiativen im Rechenzentrumsmarkt.

Executive Summary

Das dritte Quartal 2025 war geprägt von einer Mischung aus erfolgreichen Inbetriebnahmen und ambitionierten Neuplanungen. Während noris network bereits einen staatlichen Ankermieter (BayLfSt) in einem neuen Rechenzentrum begrüßen konnte, befinden sich mehrere Großprojekte in verschiedenen Planungsphasen.

Besonders hervorzuheben ist die erfolgreiche Sicherung des Netzanschlusses für das 300-MW-Hyperscale-Projekt von Virtus in Wustermark durch 50Hertz – ein wichtiger Meilenstein für eines der größten deutschen Rechenzentrumsvorhaben. Gleichzeitig zeigen kommunale Initiativen in Essen, Gießen und Potsdam, dass auch abseits der etablierten Hotspots neue Standorte entwickelt werden.

Wichtigste neue Projekte

Projekt/BetreiberStandortKapazitätStatus
Virtus Hyperscale-CampusWustermark (Berlin)300 MWGeplant (Netzanschluss gesichert)
NorthC RechenzentrumNeu-Isenburgbis 12 MW*Geplant (Baubeginn 2026)
Kommunales RZ-ProjektEssen Nordk.A.Planungsphase
RZ-Projekt "Katzenfeld"Gießenk.A.Geplant (500-600 Arbeitsplätze)
noris network RZk.A.k.A.In Betrieb

*Kapazität aus Flächenangabe (5.800 qm) abgeleitet

Einordnung für Grundstückseigentümer

Gefragte Standorttypen:

  • Gewerbegebiete mit direkter Nähe zu Umspannwerken (wie in Gießen "Katzenfeld")
  • Etablierte Rechenzentrumsstandorte im Großraum Frankfurt (Neu-Isenburg)
  • Kommunale Entwicklungsgebiete in Metropolregionen (Essen Nord)

Infrastrukturanforderungen:

Die Sicherung des 300-MW-Netzanschlusses durch Virtus und 50Hertz unterstreicht die kritische Bedeutung gesicherter Stromversorgung. Grundstücke in unmittelbarer Nähe zu Hochspannungsinfrastruktur werden zunehmend attraktiver.

Flächenentwicklung:

Das Gießener Projekt zeigt exemplarisch den Trend zur Umwidmung: Ursprünglich für Wohnbebauung vorgesehene Flächen werden zu Gewerbegebieten umgeplant, um Rechenzentrumsansiedlungen zu ermöglichen.

Staatliche Nachfrage:

Die Inbetriebnahme des noris network-Rechenzentrums mit dem Bayerischen Landesamt für Steuern als Ankermieter zeigt die wachsende Bedeutung öffentlicher Auftraggeber als verlässliche Langzeitmieter.

Ausblick

Für das vierte Quartal 2025 und 2026 zeichnet sich eine Beschleunigung der Projektrealisierungen ab. Der konkrete Baubeginn von NorthC in Neu-Isenburg für 2026 sowie die voranschreitenden Bebauungsplanverfahren in Gießen und Potsdam deuten auf eine lebhafte Bautätigkeit hin.

Die Bedeutung von Netzanschlüssen und erneuerbaren Energien wird weiter zunehmen – das Virtus-Projekt mit direkter Windenergie-Anbindung könnte zum Vorbild für zukünftige Entwicklungen werden. Grundstückseigentümer sollten verstärkt auf die Verfügbarkeit von Hochspannungsanschlüssen und die Nähe zu erneuerbaren Energiequellen achten.

Die kommunalen Projekte in kleineren Städten wie Gießen zeigen zudem, dass sich der Markt geografisch diversifiziert und nicht mehr ausschließlich auf die etablierten Hotspots Frankfurt, München und Hamburg konzentriert.

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